Verletzung als Chance!

Einige von euch kennen das vielleicht:

Gerade noch hat man das Gefühl, dass es beim Training so richtig rund läuft und man große Fortschritte macht und dann kommt plötzlich eine Verletzung oder ein Zipperlein daher und die Welt bricht zusammen.

Was auf den ersten Blick wie ein Weltuntergang wirkt, kann aber eine wirkliche Chance sein! Aus dieser heraus ihr besser und leistungsfähiger werdet, als ihr es ohne Verletzung geworden wärt. Wie das möglich ist? Das erkläre ich euch in diesem Artikel.

Der meines Erachtens wichtigste Punkt: Der Druck ist weg. Durch die Verletzung hat man die Ausrede bzw. den Grund entspannter und stressfreier zu trainieren. Weil man verletzt ist erwartet niemand von euch, auch ihr selbst nicht, dass ihr Höchstleistungen bringt. Genau dieses Mindset hilft oft, gerade die technische Bewegungen entspannter anzugehen und dabei den Bewegungsablauf besser zu verinnerlichen als wenn ihr 100% fit seit und nur dem nächsten PR-Gewicht hinterher jagt. Zahlen und Gewicht sollten generell nie die eigentliche Motivation für das Training sein, sondern nur ein Effekt des richtigen Trainings. Dazu mal mehr in einem anderen Artikel.

Auf Grund des Ausfall eines Körperteils, könnt ihr euch in Ruhe auf andere Schwächen und Baustellen eueres Körpers konzentrieren und diese (endlich einmal) gezielt angehen. Dies gilt besonders für Accessory-Arbeit, die oft durch das enge Zeitraster des Alltags fällt. Wie beispielsweise strict Gymnastics, sinnvoll auf euere Schwächen zugeschnittene und konzentriert ausgeführte Mobility oder Core-Arbeit für eine rund um stabile Rumpfmuskulatur. Dazu zählen unter anderem auch Rotationen, hangs und carries!
Mit diesem Arsenal könnt ihre euere körperlichen Dysbalancen ausgleichen, denn wer weiß, vielleicht war ja so eine Dysbalance der Grund für euere Verletzung.
Auch sehr zu empfehlen ist die unilaterale Arbeit, um im Verletzungsfall den sog. Crossover Effekt zu nutzen. Dieser beschreibt das Phänomen, dass sich die untrainierte Seite ebenfalls anpasst, wenn man die andere Seite trainiert. Hat man zum Beispiel eine Verletzung am linken Arm und trainiert aber den rechten, wird der linke auch mit trainiert ohne ihn wirklich benutzt zu haben. Der Crossover Effekt wird schon lange in der Reha eingesetzt, um den Muskelschwund in stillgelegten Extremitäten in Grenzen zu halten.
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich jeden nur ermutigen dies auszuprobieren. Kurzhanteln sind dabei das Mittel der Wahl bei Armverletzungen und einbeinige Kniebeugen, egal in welcher Variante, bei Verletzungen an einem Bein.

Durch verstärktes Üben o.g. Punkte schafft man es – während man vermeintlich verletzt ist – den restlichen (vielleicht sogar ganzen?) Körper bulletproof zu machen, um zukünftig Verletzungen vorzubeugen.

Hierzu förderlich ist auch, dass man weniger Zeit in der Box verbringt und damit mehr Zeit zur Verfügung hat sein restliches Leben auf die Reihe zu bringen. Dazu zählt in erster Linie mal mehr Schlafen! Im Schlaf regeneriert und heilt man am Besten. Oder ihr nutzt die Zeit für eine Massage oder einen Besuch beim Osteopathen.
In zweiter Linie kann man sich um seine Ernährung kümmern und die gewonnene Zeit in Vorkochen gesunder Gerichte investieren.
Und drittens, ein sehr oft vernachlässigter Punkt: Sich um sein soziales Leben außerhalb von CrossFit zu kümmern! Mal wieder etwas mit alten Freunden unternehmen und nicht ständig über Oly-Lifts und Back Squat PRs zu reden. Dies macht den Kopf mal frei und man denkt auch nicht ständig darüber nach, dass man verletzt ist und nicht trainieren kann.
Ebenso könnte man wieder mal ein Buch lesen. Hand aufs Herz, wann habt ihr zum letzten mal wirklich zur Entspannung gelesen?

Also seht die Verletzung nicht als Weltuntergang und bemitleidet euch, sondern seht sie als Chance euch rundum zu einem besseren und kompletteren Athleten zu machen! Trainiert entspannter und arbeitet an eueren Schwachpunkten.
Am besten investiert ihr einmal in ein Personal Training bei euerem Coach – er wird euch sicher ein entsprechendes Trainingsprogramm zusammen stellen können. Und falls nicht, kann er euch bestimmt einen Spezialisten empfehlen, der euch sinnvolle Tipps und Übungen geben kann. Jetzt habt ihr die Zeit diese entsprechend umzusetzen.

Ihr seht, nichts ist so schlimm, wie es auf den ersten Blick scheint! Jeder vermeintliche Rückschlag hält eine große Chance bereit besser zu werden und für die Zukunft besser gerüstet zu sein.

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